Ein Projekt des SBB Forschungsfonds, das ein konkretes Problem angeht. Die synthetische Population (SynPop) der SBB — 9 Millionen Personen, 4 Millionen Haushalte und 700 000 Betriebe, georeferenziert auf exakte Koordinaten — ist eines der detailliertesten Abbilder der Schweiz, das je für die Verkehrsplanung erstellt wurde. Und doch lässt es sich kaum teilen, weil es auf vertraulichen BFS-Registerdaten (STATPOP, STATENT) beruht.
Wir entwickeln eine haushaltsbewusste Anonymisierung der registerbasierten Variablen — inklusive geografischem Schutz der Haushaltskoordinaten — mittels gezieltem Record Swapping und geografischer Perturbation. Dazu kommt eine formale Bewertung des Offenlegungsrisikos, die über die k-Anonymität hinausgeht: Attributions- und Vorhersage-Offenlegungsrisiko sowie geografisches Wiedererkennungsrisiko. So erhalten BFS und SBB eine evidenzbasierte, differenzierte Freigabepolitik statt des heutigen Alles-oder-Nichts.
Das Ziel sind Bevölkerungsdaten auf Einzelebene, die sich endlich sicher in agentenbasierten Verkehrsmodellen wie SIMBA MOBi und dem Nationalen Personenverkehrsmodell (NPVM) nutzen lassen. Das Projekt baut auf einem Proof of Concept von 2025 für den Kanton Tessin auf und wird von Prof. Dr. Matthias Templ (FHNW) geleitet, mit Oscar Thees und Roman Müller im Projektteam, in Zusammenarbeit mit der SBB und dem Bundesamt für Statistik (BFS).